Eine Katzenfutterstudie

Auf folgende Katzenfutterstudie hat mich vor kurzem im Laufe einer hitzigen Diskussion eine eifrige Verfechterin von Trockenfutter aufmerksam gemacht:

K. R. Kerr, B. M. Vester Boler, C. L. Morris, K. J. Liu, K. S. Swanson, Apparent total tract energy and macronutrient digestibility and fecal fermentative end-product concentrations of domestic cats fed extruded, raw beef-based, and cooked beef-based diets, 2015.

Eines vorweg: Ja, diese Studie kommt zu dem Schluss, dass es keinen signifikanten Unterschied bei den Auswirkungen einer Fütterung mit Trockenfutter, rohem Fleisch und gekochtem Fleisch gibt.

Aber, wie immer gilt es, sich eine solche Studie im Detail anzusehen…

 

Wesentliche Aspekte dieser Katzenfutterstudie

  • Zunächst einmal ist festzuhalten, dass bei dieser Katzenfutterstudie nicht die Frage im Zentrum stand, ob Trockenfutter besser oder schlechter für Katzen ist als Nassfutter oder BARF.  Vielmehr galt die vornehmliche Sorge der ForscherInnen der Frage, ob Rohfleisch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Katzen haben kann.
  • Des Weiteren lohnt es sich die Rahmenbedingungen der Studie genauer anzusehen:

Hier wurde nur 9 (!) Katzen jeweils 21 Tage mit Trockenfutter, 21 Tage mit rohem und 21 Tage mit gekochtem Fleisch gefüttert.

Zum Trockenfutter erfahren wir zunächst nur den Hersteller:

Screenshot Katzenfutterstudie Futterwahl

Etwas später folgt eine nicht sehr genaue Deklaration:

Screenshot Katzenfutterstudie Futterzusammensetzung

Es fehlen nicht nur die Prozentangaben, es wird auch deutlich, dass der Kohlenhydratanteil dieses Trockenfutters ziemlich hoch sein muss, da Erdäpfel an zweiter Stelle genannt werden. Auffällig ist auch, dass bei der Zusammensetzung der roh oder gekocht gefütterten Nahrung nicht nur tierische Nebenprodukte angeführt werden, sondern unter anderem auch Sojamehl genannt wird.

 

Mein Fazit

Ein Studienergebnis, wonach bei  nur 9 (!) Katzen nach nur 21 (!) Tagen Fütterung mit Trockenfutter keine gesundheitlichen Schäden festzustellen waren, kann mich nicht davon überzeugen, dass Trockenfutter eine gleichwertige, gesunde Alternative zu Nassfutter wäre.

Beachtenswert finde ich auch die Zusammensetzung sowohl des Trockenfutters als auch der Fleischrationen. Viele von uns, inklusive der Trockenfutter-Verfechterin, die mich auf diese Studie aufmerksam gemacht hat, würden wohl kein Futter mit hohem Kohlenhydratanteil füttern, egal ob trocken oder nass. Auch etwa Soja würden wohl die meisten KatzenbesitzerInnen, die sich mit der Ernährung ihrer Katzen intensiver auseinandersetzen, tunlichst vermeiden.

Hier wurde also eine Studie mit Futtermittel durchgeführt, die ich weder in der einen noch in der anderen Weise meiner Katze geben würde. Außerdem: Das Resultat basiert auf nur 9 Katzen und einem einzigen Trockenfutter, das nur 21 Tage lang gefüttert wurde. Dies lässt wohl kaum den Rückschluss zu, dass Trockenfutter grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Gesundheit von Katzen haben kann.

 

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