Nahrungsausnutzung – Kotprofil

Nahrunsausnutzung

Bei Kotuntersuchungen denken die meisten KatzenhalterInnen wohl in erster Linie an Würmer oder Giardien. Meiner Erfahrung nach leider kaum bekannt ist, dass man über den Kot auch die Nahrungsausnutzung bestimmen lassen kann. Im folgenden Beitrag möchte ich darlegen, wie das funktioniert und wozu das eigentlich gut ist.

Was wird hinsichtlich der Nahrungsausnutzung eigentlich untersucht?

Üblicherweise wird im Labor eine 3-Tages-Sammelkotprobe untersucht. Dabei wird festgestellt, ob sich im Kot unverdaute Nahrungsrückstände finden oder nicht. Finden sich solche unverdauten „Reste“, zeigt dies ein Problem bei der Verdauung an, nämlich, dass die Nährstoffspaltung nicht (mehr) richtig funktioniert. Dies kann ein wichtiger Hinweis auf eine vorliegende Maldigestion oder Pankreasinsuffizienz sein.

Mögliche Ursachen für eine nicht (mehr) richtig funktionierende Nahrungsausnutzung

Die Ursache für ein derartiges Problem liegt meist an einem Mangel an Verdauungsenzymen oder Gallensäuren. Zu einem solchen Mangel kann es z. B. bei folgenden Erkrankungen kommen:

  • Pankreasinsuffizienz, also wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig funktioniert und nicht mehr ausreichend Enzyme produziert.
  • Gallensäureverlust-Syndrom
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Untersuchung der Nahrungsausnutzung bei Pankreasproblemen

Hinsichtlich der Frage, ob Enzyme bei Pankreasproblemen gegeben werden sollten oder nicht, wird oftmals argumentiert, dass sie nur bei einer Pankreasinsuffizienz zum Einsatz kommen sollten, nicht jedoch bei einer Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, weil sie eine solche sogar noch verschlimmern könnten bzw. die Gabe von zusätzlichen Enzymen dazu führen kann, dass das Pankreas selbst aufhört, genügend Enzyme zu produzieren.

Eine derartige Unterscheidung ist meiner Erfahrung nach aber zu kurzsichtig. Denn auch bei einer chronischen Pankreatitis kann es dazu kommen, dass die Bauchspeicheldrüse (mit der Zeit) derart geschädigt wird, dass sie eben nicht mehr ordentlich funktioniert. Jetzt kann man natürlich sagen, ok, dann liegt ja eh eine Pankreasinsuffizienz vor, die auch anderweitig nachweisbar sein müsste. Die Betonung liegt hier allerdings eindeutig auf dem Konjunktiv. Slimmy leidet seit nunmehr fast sieben Jahren an chronischer Pankreatitis und in aller der Zeit war der TLI (also jener Blutwert, der auf eine Pankreasinsuffizienz hinweist) nie außerhalb der Referenz. Obwohl bei Slimmy per Blutuntersuchung also keine Pankreasinsuffizienz diagnostiziert werden kann, hat die Kotuntersuchung gezeigt, dass sie Muskelfasern nicht mehr richtig verdauen kann. Und seitdem sie Enzyme bekommt (in unserem Fall Papain), geht es ihr insgesamt deutlich besser.

Fazit

Die Nahrungsausnutzung ist ein nicht zu unterschätzendes Diagnostik-Tool. Und gerade bei der Frage, ob Enzyme zum Einsatz kommen sollen oder nicht, kann ich nur empfehlen, sich nicht nur an Blutwerten „festzuklammern“, sondern per Kotuntersuchung abzuklären, ob sie im individuellen Fall notwendig sind oder nicht.

 

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