Osteopathie – Humbug oder tatsächlich hilfreich?

„Osteopathie, ist das nicht der Humbug mit dem Handauflegen?“ 

Das war mein erster Gedanke, als unsere damals neue Tierärztin meinte, ich sollte für Slimmy gleich einen Termin mit einer Osteopathin ausmachen. Mein zweiter Gedanke war: „Ja klar, und als nächstes heulen wir dann nackt den Mond an.“ Doch dann, nach kurzem Überlegen dachte ich: „Naja, eigentlich ist es eh schon egal. Wir haben schon so viel ausprobiert, was soll’s. Es wird ja zumindest wohl nicht schaden können.“

Ihr seht also, ich war mehr als skeptisch und habe den Versuch eigentlich nur aus reiner Verzweiflung gestartet.

Unser erster Termin

„Unsere“ Osteopathin hat von der ersten Sekunde an einen so guten Eindruck gemacht, dass meine schlimmsten Bedenken gleich zerstreut wurden. Sie hat sich ganz viel Zeit genommen, um mein superscheues Angsthaserl dazu zu bringen, freiwillig zu uns zu kommen. Und ja, jede Menge Bestechungsleckerlie haben dabei wohl auch eine gewisse Rolle gespielt…

Nach circa einer Stunde waren wir dann soweit. Wir setzten uns auf das Bett, ich hielt Slimmy (recht locker) fest und die Osteopathin legte ihr die Hand auf den (total verspannten) Rücken. Ich beobachtete sie skeptisch, während sie mir erklärte, dass an dieser und jener Stelle Verspannungen zu spüren wären …. und wenig später, dass diese sich nun gelockert hätten. Insgeheim dachte ich: „Naja, wir werden ja sehen…“ 

Dann sprang Slimmy vom Bett, beutelte sich einmal und lief ins Wohnzimmer. Und ich muss zugeben: Bereits da sah ich tatsächlich eine Veränderung. Sie lief viel „runder“ und weniger „staksig“ als vor der Behandlung! Ich war ehrlich gesagt etwas erschüttert, denn insgeheim hatte ich nicht damit gerechnet, eine Veränderung zu sehen. 

Aber es ging Slimmy tatsächlich auch an den nächsten Tagen deutlich besser. Bis sie vor lauter Übermut und wieder gewonnener Bewegungsfreude versuchte vom Bücherregal auf den Kleiderschrank zu springen… Auf diesem stehen bei uns jede Menge Schachteln, also kein Platz zum Landen für die Maus. Es kam wie es kommen musste: Sie stürzte ab und landete ausgerechnet im „Schacht“ zwischen Wand, Kleiderschrank und Bücherregal. Bis ich das Regal verschoben hatte um sie dort raus zu holen, war sie noch ein paar Mal beim Versuch sich zu befreien abgestürzt. Danach war der Gang dann wieder „staksig“….

Unsere weiteren Erfahrungen

Da sich beim ersten Mal so tolle Verbesserungen gezeigt hatten, haben wir inzwischen noch diverse weitere Termine gehabt. Die Ergebnisse waren nicht immer gleich gut. Das heißt, eine unmittelbare Verbesserung war immer zu sehen, aber diese hielt durchaus unterschiedlich lange an. Dies hängt vermutlich auch damit zusammen, wie stark die Schmerzen jeweils sind und wie schnell sie sich wieder verkrampft. Ähnliche Erfahrungen haben wir übrigens auch mit Akupunktur gemacht.

Fazit

Auch wenn die Ergebnisse unserer einzelnen Behandlungen nicht immer gleich gut ausgefallen sind, habe ich meine grundsätzlich skeptische Haltung gegen Osteopathie inzwischen aufgegeben. Ich kann hier nur dazu raten, es zumindest auf einen Versuch ankommen zu lassen. Wobei man sicherlich auch das Glück haben muss, die „richtige“ Person zu finden, die sich nicht nur auskennt sondern auch grundsätzlich gut mit dem eigenen Tier umgehen kann. Hier hatten wir wirklich besonderes Massel, denn unsere Osteopathin gehört zu den wenigen Menschen, die Slimmy schon nach nur ganz kurzer Zeit durchaus „annehmbar“ fand. 

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3 Antworten auf „Osteopathie – Humbug oder tatsächlich hilfreich?“

  1. Unser Ernie hatte sich mal versprungen und war ein Humpelstilzchen.
    Frauli war dann beim Doc, da gab es Traumeel und dann war der Ernie öfters bei der Tante Katrin, welche die Blockaden beim Ernie sehr gut gelöst hat. Die Tante Katrin hat eh ein gutes Händchen für Hunde & Katzen und wird von weit her besucht. Unser Frauli war auch eher skeptisch und hat das vor dem ersten Besuch eher belächelt, danach jedoch nicht mehr.

    Da ich 12 Jahre werde wollte Frauli mit mir eigentlich zur Altersvorsorge hin, jedoch musste ich durch die Augengeschichte oft und lange zum Augenarzt fahren, Autofahren mag ich so gar nicht. Deshalb schiebt Frauli das erst einmal nach hinten. Jedoch will sie bei unserem Doc einmal beim nöchsten Checkup-Termin anfragen, denn dessen Frau ist inzw. Heilpraktikerin und hat das auch als Zusatzausbildung. Nur weiß Frauli nicht, ob sie es nur bei Hunden oder auch bei uns Schnurrwesen macht.

    Umschnurrer
    Shadow

    1. Hallo Shadow,
      super, dass Dein Freund Ernie auch so tolle Erfahrungen mit dieser Behandlungsform gemacht hat. Ja, da müssen wir Menschen über unseren Schatten und unsere Vorurteile springen um wirklich alles auszuprobieren, um Euch zu helfen.
      Hoffentlich geht es Deinen Augen jetzt besser! Vielleicht kann Dein Frauli ja auch einen Hausbesuch für Dich organisieren? Unsere Osteopathin kommt ja zum Glück immer zu uns. Das ist für Slimmy wirklich ein riesiger Pluspunkt, denn zuhause kann sie sich deutlich mehr entspannen. Und das ist bei dieser Behandlung ja auch ganz wichtig.

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