Unterschiedliches Spielverhalten – Eine Genderfrage?

Lest und hört Ihr auch immer wieder, dass Katzen und Kater angeblich ein völlig unterschiedliches Spielverhalten zeigen? Ich konnte bislang allerdings keine Studien finden, die dies belegen. Ich kenne nur unzählige Beiträge, in denen diese Aussage gebetsmühlenartig wiederholt wird. In keinem jedoch wird auch nur auf eine einzige entsprechende Studie verwiesen. Mir fällt allerdings auf, dass stattdessen ständig sogenannte „Ausnahmen“ erwähnt werden.

„Buben raufen halt…

…und alle Mädchen wären gerne Prinzessinnen.“ Hängen Euch solche Stereotype auch zum Hals raus? Gerade an solche Klischees muss ich immer gleich denken, wenn ich wieder einmal über „kätzisches“ und „kateriges“ Spielverhalten lese. Da heißt es auch immer: „Kater raufen gerne und Katzen spielen gerne fangen.“ Wobei meist der Nachsatz folgt: „Allerdings gibt es auch Kater, die lieber Mädchenspiele mögen.“ Beziehungsweise: „Allerdings gibt es auch sehr rauflustige Katzen.“

Meisten finden sich solche Aussagen wenn es darum geht, welche Katzen zueinander passen. Und ja, ich bin vollkommen der Ansicht, dass man bei einer geplanten Vergesellschaftung darauf achten muss, dass die Tiere charakterlich zueinander passen. Es macht ja keinen Sinn, wenn das eine Tier ständig vermöbelt wird und das andere Tier frustriert ist, weil kein Raufkumpel da ist, der gegenhalten kann. 

Ich frage mich jedoch: Müssen und sollen wir dafür in Genderkategorien denken und sprechen? Warum sollten wir unterschiedliches Spielverhalten nicht auch jenseits von Vorstellungen à la „typisch Bub“ und „typisch Mädchen“ fassen und berücksichtigen können? 

Jenseits der Genderklischees

Sind wir wirklich immer noch an einem Punkt, an dem ein Mädchen „burschikos“ ist, nur weil es z. B. gerne Fußball spielt? Oder ein Bub als „Mädchen“ beschimpft wird, nur weil er sich nicht ständig prügeln will? Oder anders gefragt: Wollen wir dort immer noch sein?

Warum benutzen wir diese Kategorien aber dann immer noch völlig unreflektiert, wenn es um unsere Haustiere geht? Vor allem scheint ja auch (fast) jede Person, die auf solche Klischees zurückgreift, Ausnahmen zu kennen. Vor allem: Damit diese „Ausnahmen“ überhaupt erwähnenswert werden, müssen sie ja auch erst einmal in ausreichender Zahl bekannt sein! Sagt uns allein das nicht schon einiges über den Sinn oder Unsinn solcher Genderstereotypen?

Mein Plädoyer:

Lasst uns doch einfach auf Genderklischees verzichten! Wir können die gleiche Aussage doch auch treffen, ganz ohne Verhalten geschlechterspezifisch zuordnen zu wollen. Lasst uns doch einfach sagen: „Es gibt (unabhängig vom Geschlecht !) Katzen, die gerne raufen und Katzen, die lieber fangen spielen.“ Dann müssen wir Katzen, die gerne raufen und Kater, die gerne Fangen spielen auch gar nicht erst als „Ausnahmen“ bezeichnen. Stattdessen können wir jedes Tier als das wahrnehmen was es ist: Ein Individuum mit ganz eigenen Interessen und Vorlieben. Und zwar egal ob Katze oder Kater!

 

 

 

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