Trockenfutter – Ein leidiges Thema

TrockenfuttertestTrockenfutter füttern ja oder nein? Diese Frage führt zu immer denselben leidigen Diskussionen. Ich will hier gar nicht lange und breit darlegen, warum man mit Trockenfutter Katzen nicht artgerecht ernähren kann. (Siehe auch den verlinkten Beitrag zum natürlichen Fressverhalten von Katzen.) Erfahrungsgemäß stoßen die meisten Argumente bei Trockenfutter-Verfechtern ohnehin auf taube Ohren. Darum möchte ich nur einen Praxistest vorschlagen, der zumindest eines der Hauptargumente der Trockenfutter-Fans meist schnell und vor allem ganz objektiv entkräften kann.

„Meine Katze trinkt eh genug!“

Ein Hauptargument gegen Trockenfutter ist, dass die Katze bei so einer Fütterung zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. Denn Katzen trinken ja kaum und nehmen den allergrößten Teil der für sie notwendigen Flüssigkeit über die Nahrung auf. Dagegen wird dann immer angeführt: „Aber meine Katze trinkt ja eh dauernd. Die trinkt mehr als genug!“

Ja klar, umso mehr Trockenfutter die Katze frisst, umso mehr wird sie wahrscheinlich trinken. Sonst würde sie dehydrieren.

Aber nur weil man eine Katze häufig trinken sieht, heißt das noch lange nicht, dass sie auch genug trinkt! Ob dies tatsächlich der Fall ist, lässt sich leicht überprüfen und führt meist zu überraschenden Erkenntnissen.

Der Praxistest

Um zu sehen, wie viel Deine Katze tatsächlich trinken müsste, nimm die tägliche Ration Trockenfutter und gibt sie in einen Behälter. Dann fülle einen Messbecher mit Wasser und gieße es so lange über das Futter, bis dieses tatsächlich nicht mehr quellen kann. Dann weißt Du, wie viel Wasser Deine Katze pro Tag tatsächlich trinken müsste, nur um die fehlende Feuchtigkeit auszugleichen. Notiere Dir diese Menge. Befülle nun die Trinknäpfe mit einer genau abgemessenen Ration Wasser. Nach 24 Stunden misst Du nach, wie viel noch übrig ist, damit Du weißt, wie viel Deine Katze tatsächlich getrunken hat. (Je nach Jahreszeit, Standort etc. muss etwas Verdunstung einkalkuliert werden.) Dann vergleiche diesen Wert mit der Menge, die sie unbedingt hätte trinken müssen.

Auch wenn die Katze die so ermittelte Menge Wasser tatsächlich getrunken hat, darfst Du nicht vergessen, dass sie damit lediglich die dem Trockenfutter fehlende Flüssigkeit ausgeglichen hat. Das heißt sie hat dann eigentlich noch nichts „getrunken“!

Meist ist es erstaunlich, wie sehr die subjektive Wahrnehmung, die Katze trinke eh so viel, von dem objektiven Ergebnis dieses Tests abweicht!

 

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2 Antworten auf „Trockenfutter – Ein leidiges Thema“

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