Wie viel Abwechslung im Napf darf es sein?

Abwechslung im NapfBei der Frage, wie viel Abwechslung im Napf sinnvoll ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Die Extreme reichen von „jeden Tag dasselbe“ bis zu „bei jeder Mahlzeit was anderes“. Aber was steckt hinter diesen so unterschiedlichen Meinungen und was ist wirklich sinnvoll?

Argumente gegen Abwechslung im Napf

Immer wieder hört man ja, man solle Katzen möglichst immer dasselbe füttern, weil sie schließlich in der Natur ja auch nur Mäuse fressen würden. Das stimmt allerdings nicht. Der Speiseplan von Katzen umfasst Kleinsäuger, Vögel, Reptilien etc. Eine Katze, die von der Jagd lebt, frisst was sie erbeutet, nicht nur Mäuse. Und eine Jägerin sagt zum Vogel nicht nein, nur weil sie zur letzten Mahlzeit eine Maus erlegt hat.

Auch wird immer wieder argumentiert, der (abrupte) Wechsel zwischen verschiedenen Sorten oder gar Marken würde zu Übelkeit und/oder Verdauungsproblemen führen. Das mag vielleicht für einige wirklich extrem empfindliche Katzen gelten, der Verdauungsapparat der Katze ist aber eben eigentlich darauf ausgerichtet durchaus verschiedene Beutetiere zu fressen – eben was sich gerade erlegen lässt. Selbst Slimmy mit ihren diversen chronischen Erkrankungen des Verdauungsapparats steckt den Wechsel zwischen den wenigen Sorten die sie generell verträgt, problemlos weg.

Schließlich heißt es noch häufig, Katzen würden mäkelig, wenn sie immer wieder anderes Futter vorgesetzt bekommen. Da muss man allerdings wohl doch deutlich differenzieren, wie ich gleich noch ausführen werde.

Argumente für Abwechslung im Napf

Vieles spricht dafür, mehrere Sorten mehrerer Marken im Wechsel zu füttern:

  • Unterschiedliche Hersteller supplementieren unterschiedlich. Füttert man verschiedene Marken (verschiedener Hersteller) im Wechsel, besteht am ehesten die Chance, diese Unterschiede auszugleichen!
  • Katzen, die immer nur eine Marke oder gar nur eine Sorte einer Marke zu fressen bekommen, fressen dann oft wirklich nichts anderes mehr. Wenn es dann dieses Fressen einmal nicht mehr gibt, weil es gerade ausverkauft ist oder gar die Produktion ganz eingestellt wurde und die Katze jedes andere Futter verweigert, steht man vor einem massiven Problem.
  • Ein ebensolches Problem kann auch schon auftreten, wenn Katzen auf einen ganz bestimmten Geschmack geprägt sind und der Hersteller plötzlich etwas an der Rezeptur ändert.

Und was macht nun wirklich mäkelig?

Eine Katze, die nur auf einen gewissen Geschmack geprägt ist und alles andere verweigert, kann man getrost als mäkelig bezeichnen. Mit dieser extremen Form der einseitigen Fütterung kann man sich also durchaus die perfekte Mäkelkatze heranziehen. Ebenso kann aber auch das andere Extrem zu hochgradiger Mäkelei führen. Wenn eine Katze den Menschen erstmal soweit hat, dass bei jeder Mahlzeit etwas anderes im Napf sein muss, hat die Mäkelei gesiegt. Und wenn man dann erst einmal mehrere Dosen öffnen muss, um herauszufinden, auf was die Samtpfote gerade Appetit hat, wird’s richtig teuer.

Wie immer liegt die Lösung wohl in der goldenen Mitte: Genügend Abwechslung um eine einseitige Prägung zu vermeiden, aber auch mit genügend Kontinuität gefüttert, um nicht irgendwann für jeden Gang der Katze zum Napf eine neue Dose öffnen zu müssen.

Achtung bei ausgefallenen Sorten

Das handelsübliche Katzenfutter bietet im mittel- und hochwertigen Bereich eine breite Auswahl an Marken und Sorten. Auch ohne auf ausgefallene Sorten zurückzugreifen, kann man hier vielfältig füttern. Wer nicht Monoprotein füttert und auch mal auf Sorten zurückgreift, die nicht 100 % genau deklariert sind, kann ohnehin davon ausgehen, dass im Napf regelmäßig Rind/Kalb, Schwein und Geflügel landen. (Denn bei allem, was in Massen „produziert“ wird, fällt auch viel ab, was sich nicht für den menschlichen Verzehr verkaufen lässt und daher billig für Tiernahrung zu haben ist.) Auch z. B. Kaninchen und Wild gehören bei vielen Marken zur Standardauswahl.

Immer häufiger finden sich im immer größer werdenden Sortiment auch Katzenfutter mit Känguru, Büffel, Fasan und ähnlichem mehr. Bevor man zu solchen Sorten greift, sollte man aber eines unbedingt bedenken: Falls einmal eine Eliminationsdiät nötig werden sollte, braucht man noch Fleischsorten in petto, die die Katze möglichst noch nie gefressen hat. Also bitte Finger weg von allzu ausgefallenen Sorten! Auch mit dem „Standard-Repertoire“ kann man der Katze mehr als genug Abwechslung im Napf bieten.

Fazit

Eine gewisse Abwechslung im Napf ist aus diversen Gründen sinnvoll. Unterschiedliche Supplementierungen verschiedener Hersteller können so am ehesten ausgeglichen und die einseitige Prägung (und damit einhergehende Mäkelei) auf einen bestimmten Geschmack verhindert werden. Wie immer gilt aber, mit Maß und Ziel vorzugehen. Abwechslung im Napf zu bieten ist nicht damit zu verwechseln, der Katze bei jeder Mahlzeit eine neue Dose zu öffnen oder sie möglichst jede einzelne erhältliche Fleischsorte durchprobieren zu lassen. (Und auch zum Ausgleich der verschiedenen Supplementierungen verschiedener Hersteller ist es nicht notwendig gleich jeden Tag eine andere Marke zu füttern.)

PS: Bei Katzen mit Unverträglichkeiten und chronischen Erkrankungen wie Slimmy ist die Auswahlmöglichkeit natürlich von Haus aus begrenzt. Dass hier etwas andere Maßstäbe bei der Abwechslungsvielfalt gelten ist klar.

PPS: Auch bei Abwechslung im Napf muss man natürlich grundsätzlich darauf achten, dass unter den verschiedenen Sorten/Marken nicht zu oft Ergänzungsfutter ist.

 

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3 Antworten auf „Wie viel Abwechslung im Napf darf es sein?“

  1. Guten Morgen,

    bei uns kommt auch immer Abwechslung in den Napf. Wir haben so zwei drei feste Sorten.
    Momentan ist aber auch wieder so eine Phase, da mögen sie lieber „Matche-Pampe“ mehr als stückiges Katzenfutter. Das war auch schon mal anders.

    Ich kenne aber auch eine Katze, die frisst nur eine bestimmte Sorte von einem Herstellter. Die Besitzer haben schon alles versucht, aber es ist nichts zu machen. Anderes will sie nicht. Da würde ich dann auch aufgeben. Hauptsache sie frisst etwas.

    Lieben Gruß

    Melli

    1. „Stückiges“ Katzenfutter besteht ja leider meistens ohnehin aus Formfleischstückchen, während qualitativ hochwertiges Nassfutter meist als „Pampe“ zu haben ist.(; Also ist es doch eh gut, wenn sie nicht auf „stückige“ Konsitenz bestehen.

      Nur eine Sorte von einem Hersteller ist halt nicht nur wegen der Einseitigkeit der Fütterung bedenklich, sondern kann wie beschrieben echt zu Problemen führen, wenn es das Futter mal nicht mehr gibt. Haben sie denn z. B. schon versucht gaaaaanz langsam umzustellen? Also wirklich nur eine Messerspitze des neuen unter das alte Futter zu geben? Falls das eine Futter was sie frisst Formfleischstückchen aufweist, kann es auch sein, dass sie auf die Konsistenz festgelegt ist. Da könnte zermantschen helfen um sie mal nur bezüglich der Konsistenz umzugewöhnen… Slimmy ist ja auch sehr eigen/schwierig beim Fressen. Bis ich sie auf vernünftiges NaFu umgestellt hatte, das sie tatsächlich auch verträgt hatten hier wir auch einen langen Weg…

      Liebe Güße
      Sabine und Slimmy

      1. Kann ich dir leider nicht sagen, ob sie es so versucht haben. Ich denke mal auch, dass die Katze auf den Geschmack geprägt ist. Die frisst wohl wirklich nur das Futter. Mit Leckerlies kommt man wohl auch nicht weit.
        Tja, die Katze frisst halt nur das, was ihr schmeckt. Man kann es gut meinen, aber die haben halt ihren „Dickkopf“. 🙂

        Lieben Gruß
        Melli

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