Slimmys Krankenakte – Die Kurzfassung

Slimmys Krankenakte ist dick und ihre Krankengeschichte lang und unerfreulich. Hier findet Ihr die Kurzfassung, die zugleich erklärt, warum ich mich für spezifische Krankheiten besonders interessiere…. Und warum diese in unserem Blog besonders ausführlich behandelt werden.

August 2015:

Slimmy erbrach im Stundentakt die ganze Nacht über. Diagnose: Gastritis. Nach circa einer Woche war soweit wieder alles gut. Slimmy durfte wieder raus. Dann folgten der nächste Schub und nochmals eine Behandlung gegen Gastritis.

September 2015:

Nach einer kurzen Pause folgte der nächste Schub (Brechdurchfall). Neue Diagnose: Struvit. Auf Anraten mehrerer Tierärztinnen und Tierärzte füttere ich über Jahre Royal Canin Urinary Futter!  Immer hieß es, sie müsse das fressen, und wenn sie es nur als Trockenfutter akzeptiere, dann solle ich nur Trockenfutter geben! Ein großer Fehler! Denn nicht nur ist die Fütterung mit Trockenfutter nicht artgerecht, wie ich heute weiß (!), Slimmy ist auch gegen so ziemlich alles in diesem Futter allergisch. Die normale Reaktion (Durchfall) blieb nur (!) aus, weil sie durch das Trockenfutter zu wenig Flüssigkeit aufnehmen konnte. Somit hat dieses Futter über Jahre wichtige Symptome verschleiert und eine korrekte Diagnose erschwert.

Oktober – November 2015:

Immer wieder phasenweises Erbrechen führte  schließlich zu einer massiven Speiseröhrenzündung. Slimmy konnte nicht einmal mehr ordentlich fressen/schlucken. Also schickte uns unsere damalige Tierärztin in eine befreundete Praxis, um eine Endoskopie vorzunehmen und gegebenenfalls den Bauch öffnen zu lassen zwecks Biopsie (Verdacht auf IBD). Die OP wurde dann auch durchgeführt, die Biopsie aber leider „vergessen“! Nur einige „Verklebungen“ im Bauchraum wurden entfernt. Auch dem Verdacht auf Pankreatitis wurde nicht ordentlich nachgegangen, denn es wurde nur der TLI bestimmt, fPLI jedoch nicht! Wobei eingeräumt werden muss, dass die Bestimmung des fPLI nicht unbedingt etwas gebracht hätte, denn der bleibt bei Slimmy extrem lange in der Referenz. Was jedoch wichtig gewesen wäre, wäre eine Ultraschalluntersuchung beim Spezialisten!

Dezember 2015 – Februar 2016:

Nachdem die richtigen Diagnosen (chronische Pankreatitis und IBD) dank unzureichender Diagnostik fälschlicherweise ausgeschlossen worden waren, ging es weiter mit Schüben von Erbrechen und eindeutigen Schmerzen. Statt ihre chronischen Erkrankungen zu behandeln, wurde Slimmys Krankenakte im Februar 2016 eine neue Diagnose hinzugefügt: Probleme im Lendenwirbelsäulenbereich.

März – Juli 2016:

Unsere damalige Tierärztin nahm die Rückenprobleme nicht wirklich ernst und versteifte sich ganz auf die Blase. Immer wieder fand sie trotz allem (Urinaryfutter, Uro-Pet Paste…) auch Harngries etc. Auffälligerweise wurde bei späteren Untersuchungen in anderen Praxen dann aber kaum je Struvit gefunden!

Juli 2016 – Dezember 2017:

In einer anderen Tierarztpraxis wurde zunächst hauptsächlich versucht, die Rückenprobleme erfolglos mit allen möglichen Schmerzmitteln zu bekämpfen. Die immer wieder kehrenden Schübe von Erbrechen und Schmerzen wurden jeweils als Gastritis gewertet. Dazu kamen immer wieder Blasenentzündungen.

Jänner – Juni 2018:

Slimmy ging es immer schlechter, sie musste immer häufiger Brechen und bekam Durchfall, dann hatten wir lange Kot von wechselhafter Konsistenz. Jetzt endlich meinte einmal eine Tierärztin, ich sollte das Urinary-Futter weglassen und mich einmal selbst über artgerechte Fütterung schlau machen. Das machte ich, und begann mich auch endlich (!) über andere Dinge selbst schlau zu machen. Ich startete eine Futterumstellung auf Nassfutter, bestand auf einer Kotuntersuchung…. Die Kotuntersuchung zeigte einen massiven Überschuss an Clostridien, die wir nicht in den Griff bekamen. Dann wurden die Nierenwerte schlecht. Ein Ultraschall durch einen Spezialisten zeigte aber „nur“, dass das Pankreas chronisch verändert war, nicht die Nieren. Damit hatten wir jetzt auch die Bestätigung, dass Slimmy schon mehrfach akute Pankreatitis-Schübe gehabt haben musste, obwohl sie nie diagnostiziert worden waren. Und dann… ja dann stieg endlich (!) auch der fPLI.

Juni 2018:

Während des akuten Pankreatitis-Schubes musste Slimmy insgesamt 3 x (!) stationär aufgenommen werden.

Wasserlacke die dank Aussetzen der Peristaltik aus Slimmy herausschoß

Beim dritten Mal hatte schon die Peristaltik ausgesetzt. Was da alles an Flüssigkeit aus Slimmy herausschoss seht Ihr im beigefügten Bild! (Das ist dann kein eigentliches Erbrechen mehr, sondern der Mageninhalt schießt auf verkehrtem Wege heraus!) Durch dieses Aussetzen der Peristaltik wurde die Darmschranke aufgehoben und Slimmy bekam eine Sepsis. Das dagegen gegebene Breitbandantibiotikum vernichtete den letzten Rest der verbliebenen Darmflora.

ab Juli 2018:

Nachdem alle Blutwerte wieder in der Referenz waren, galt Slimmy als „geheilt“. Aber die massiven Verdauungsprobleme blieben. Eine Ausschlussdiät und eine Haaranalyse zeigten dann, dass sie an diversen Unverträglichkeiten leidet. Außerdem war die Darmflora total aus dem Gleichgewicht (Dysbiose). Mit Hilfe einer auf ganzheitliche Medizin spezialisierten Tierärztin bekamen wir sie wieder in den Griff. Trotzdem hatte Slimmy weiter Probleme. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, muss Slimmys Krankenakte doch auch die Diagnose IBD (inflammatory bowel disease) hinzugefügt werden.

aktueller Stand:

Der Darm ist inzwischen so massiv angegriffen, dass es auch Rückwirkungen auf die Galle hat. Das heißt, Slimmy verliert immer mehr Gallensäure über den Darm (Gallensäureverlust-Syndrom). Dadurch wird der Darm noch weiter angegriffen, wodurch sich wiederum das Gallensäureverlust-Syndrom weiter verschlimmert. Ein Teufelskreis… Dazu kommt ein weiterer Teufelskreis: Die ewigen Probleme und Schmerzen am Kisterl führen zu Verspannungen, das dauernde Bauchweh strahlt auf den angeschlagenen Rücken. Je mehr der Rücken weh tut, desto mehr strahlt dies auch wieder auf den Bauch zurück.

Bislang hat weder ein schul- noch ein alternativmedizinisches Medikament/Mittel gewirkt. (Und wir haben wirklich vieles durch!) Dazu kommt, dass Slimmy 2 von 3 Mitteln für den Darm nicht verträgt und stattdessen Durchfall bekommt oder ständig brechen muss.

 

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8 Antworten auf „Slimmys Krankenakte – Die Kurzfassung“

  1. Hach ja deshalb empfehle ich allen die sich Katzen anschaffen wollen, dass sie sich vorher über artgerechtes Futter Informieren 😮
    Leider drehen viele Tierärzte einem den letzten Mist an :((
    Finds aber super das su der Maus bei allem beistandes und hoffe es geht bergauf für euch zwei 🙁

    Immer schade mit zubekommen was die Fehler eines TA (der es ja eig wissen sollte auf den man vertraut etc) alles kaputt machen kann 🙁

    Ganz ganz liebe Grüße an euch ❤️

    1. Danke Dir! Ja, es ist wirklich schlimm, was einem mit Tierärzten so alles passieren kann. Bei uns war es ja nicht nur das doofe Futter, sondern es wurden ja auch so lange richtige Diagnosen nicht gestellt, weil wichtige Untersuchungen nicht gemacht wurden etc. Aber da kommt man als „normaler“ Katzenbesitzer eben erst dahinter, wenn man sich selbst einliest und schlau macht. Und nicht mehr blind auf Tierärzte vertraut, was ich auch viel zu lange macht habe und weswegen ich jetzt auch immer alle Leute vor diesen Fehlern warne. Nicht zuletzt waren diese Erfahrungen ein wichtiger Grund für mich, diesen Blog zu starten! Solche lieben Rückmeldungen wie von Dir bestärken mich darin, dass das sinnvoll ist.

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