Bedarfsgerechte Ansäuerung des Urins – Eine Ergänzung zum Stuvit-Beitrag

Da ich immer wieder danach gefragt werde, gibt es nun als Ergänzung zum Beitrag über Struvit und dem dazugehörigen Beitrag zum Spezialfutter hier auch noch eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie die bedarfsgerechte Ansäuerung des Urins funktioniert.

Achtung: Hier wird wirklich nur Schritt für Schritt erklärt, wie man vorgeht, um den Urin bedarfsgerecht anzusäuern. Alle Details zum Thema Struvit generell, zu den hier genannten pH-Wert-Rahmen etc. sind im ursprünglichen (oben verlinkten) Struvit-Beitrag umfassend erklärt.

Vorweg: Ich habe hier auch ganz gezielt versucht, alle Fragen, die mir zum praktischen Vorgehen in den letzten Monaten und Jahren gestellt wurden, einzubeziehen. Falls Euch die eine oder andere Information „übertrieben“ bzw. „unnötig“ vorkommt, bitte einfach überspringen und gleichzeitig daran denken, dass es andere gibt, für die das eben nicht so logisch ist.

Schritt 1 zur bedarfsgerechten Ansäuerung des Urins: pH-Wert messen

Zunächst einmal muss man wissen, wie sehr der pH-Wert über den Tag verteilt schwankt. Auch wenn (online) immer wieder betont wird, wie besonders wichtig der nüchterne Wert sei: Wenn die betroffene Katze nicht den Großteil des Tages nichts zu fressen bekommt, nutzt Euch dieser Wert allein herzlich wenig. Denn wichtig ist, dass der pH-Wert möglichst den ganzen Tag über passt und nicht nur, wenn die Katze eine ganze Zeit lang nichts zu fressen bekommen hat.

Um einmal zu sehen, wie stark sich das Fressen auf den pH-Wert auswirkt, ist es wichtig, gerade am Anfang möglichst häufig den pH-Wert zu messen. Mit möglichst häufig meine ich: So oft wie es geht, am besten mehrfach täglich. Denn: Um möglichst umfangreiche Daten zu erhalten, sollte wenn möglich (auch in unterschiedlichen Abständen) vor und nach dem Fressen gemessen werden. Dann sieht man am besten, wie stark sich das Fressen auswirkt. (Hat man die Problematik erst mal im Griff, muss man natürlich nicht mehr so häufig messen (;.)

Wenn häufiges Messen allein schon daran scheitert, dass die Katze nur ganz selten überhaupt pinkelt, dann liegt darin schon ein Grundproblem: Regel Nummer 1 bei Harnkristallen ist, die Blase ordentlich zu spülen (alle Details, warum dadurch sogar die Neubildung von Kristallen reduziert/verhindert werden kann, findet Ihr im Beitrag zu Struvit). Logischerweise gilt dann, die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen, damit die Katze häufiger Urin absetzt. Aber Achtung, der Organismus der Katze ist auch nicht auf eine „unbegrenzte“ Flüssigkeitszufuhr“ ausgelegt. Mehr Flüssigkeit zuführen heißt also nicht, der Katze „Kübelweise“ Wasser einzuflösen. Wenn die Katze bislang (auch) Trockenfutter bekommt, sollte das tunlichst weggelassen werden. Reicht Nassfutter alleine nicht aus, damit die Katze regelmäßig pinkelt, kann man natürlich ein bisschen Wasser zusätzlich ins Nassfutter rühren, aber halt bitte mit Maß und Ziel und nicht so viel, dass am Ende jedes mal mehr Wasser als Futter im Napf ist.

Notizen zur besseren Übersicht

Damit man einen guten Überblick erhält, empfiehlt es sich, Notizen zu machen. Also: was und wie viel wurde wann gefressen und wann wurde welcher pH-Wert gemessen. Dann sieht man, wie schnell und wie hoch der pH-Wert steigt und wie lange er braucht, um wieder zu sinken. Das ist unter anderem eben von der Zusammensetzung des Futters abhängig und von der Größe der gefressenen Portion. (Die gefressene Portion sollte man, um möglichst aussagekräftige Daten zu erhalten, übrigens nicht „Pi mal Daumen“ schätzen, sondern tatsächlich abwiegen.) Umso mehr solcher Daten man sammelt, umso eher kann man sich ein gutes Bild vom Zusammenhang zwischen Futter/Fressverhalten und dem Anstieg bzw. Abfall des pH-Werts machen. Und glaubt mir, das muss man sich aufschreiben, das kann man sich nicht alles über Tage und Wochen hinweg genau merken.

pH-Wert richtig messen

Urin sammeln

Die unterschiedlichen Möglichkeiten um überhaupt an den Urin zu kommen, den man braucht, um den pH-Wert zu messen, habe ich schon einmal im verlinkten Beitrag zur Urinuntersuchung ausführlich beschrieben. Nach meiner Erfahrung verfälscht jeder Kontakt mit normaler Streu das Ergebnis. Ich habe aber nun schon von einigen Personen gehört, dass bei ihnen kein Unterschied im Messergebnis zu sehen war, auch wenn etwas Streu „im Spiel“ war. Diesbezüglich kann ich nur raten, gleich zu Beginn der „Messorgien“ die Probe aufs Exempel zu machen: Am einfachsten ist es, wenn man selbst in einen Becher pinkelt und den pH-Wert misst und dann etwas vom Urin mit Streu in Kontakt bringt und gleich nochmal nachmisst. Dann weiß man sofort, ob und wie die eigene Streu das Ergebnis beeinflusst (und verschwendet dafür nicht mühsam aufgefangenen Katzenurin (;).

Teststreifen richtig anwenden

Ich habe in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem Indikatorpapier Uralyt®-U für die regelmäßige Überprüfung des pH-Werts gemacht, daher empfehle ich diese (auch sehr günstigen) Teststreifen. Um zu einem ordentlichen Ergebnis zu kommen, ist es aber auch wichtig, sie richtig anzuwenden:

  • Zuerst den Teststreifen kurz in den Urin tauchen.
  • Dann kurz abwarten und den Teststreifen nicht sofort mit der Farbskala vergleichen, denn die Farbe verändert sich erfahrungsgemäß noch ein bisschen (die benetzte Stelle wird meistens nach einigen Sekunden noch etwas heller). Und mit kurz abwarten meine ich wirklich kurz, also nicht mehrere Minuten (maximal zwei Minuten, nachdem der Teststreifen „eingetunkt“ worden ist, muss der Abgleich laut Hersteller erfolgen).
  • Damit das Ergebnis auch wirklich aussagekräftig ist, darf der Teststreifen beim Ablesen nicht auf der Farbskala „abgelegt“ werden, denn dann erscheint die Farbe (natürlich) immer dunkler als sie tatsächlich ist. Also den Teststreifen immer etwas über die Farbskala halten und nicht direkt darauf legen! Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch die Lichtverhältnisse durchaus einen Unterschied machen können. Z. B. in unserem fensterlosen Klo sieht das Ergebnis (unter künstlichem Licht) immer anders aus als bei Tageslicht. (Der Weg vom Klo an ein Fenster ist übrigens auch gleich eine tolle Möglichkeit, die notwendige Zeit vergehen zu lassen, damit der Teststreifen seine „endgültige“ Farbe angenommen hat.)

Schritt 2 zur bedarfsgerechten Ansäuerung des Urins: Die richtige Dosis des Ansäuerungsmittels feststellen

Gleich vorweg: Ich kann niemandem sagen, was die richtige Dosierung für die jeweilige Katze ist. Denn das hängt eben davon ab, wie stark der pH-Wert durch das Futter per se, die gefressene Menge etc. ansteigt. D. h. wie stark angesäuert werden muss, hängt davon ab, wie sich der pH-Wert des Urins über den Tag entwickelt. Darum ist es eben so wichtig, das zunächst einmal festzustellen. Ich kann Euch nur sagen, wie ich die richtige Dosierung für Slimmy gefunden habe und wie Ihr analog auch die richtige Dosierung für Eure Katzen finden könnt.

Zielwerte: Wo wollen wir durch die Ansäuerung des Urins überhaupt hin?

Wichtig ist zunächst einmal auch zu wissen, welcher pH-Wertrahmen überhaupt anzustreben ist.

Der sichere* pH-Wertrahmen, in dem Struvit sich auflösen kann, liegt bei 6,2 bis 6,5.

In der Präventionsphase (also wenn keine Kristalle mehr vorhanden sind, die erst noch aufgelöst werden müssten, sondern nur noch die Neubildung verhindert werden muss) kann der pH-Wert zwischen 6,2 und 7/7,2 liegen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass unter 6,29 bereits Oxalat ausfallen kann.

* Nähere Details zu den unterschiedlichen diesbezüglichen Angaben, aus denen sich der „sichere“ Rahmen ergibt, findet Ihr im ausführlichen Beitrag zu Struvit.

Wie ich die richtige Dosis des Ansäuerungsmittels festgestellt habe

Auf tierärztlichen Rat haben wir es ja zunächst mit der Uro-Pet Paste versucht und dann mit Astorin. (Auch dazu sind alle näheren Details im Struvit-Beitrag nachzulesen.) Pasten empfehle ich allein deswegen per se schon nicht, weil man sie nie genau dosieren kann. Die Astorin-Tabletten haben sich bei uns als nicht ausreichend erwiesen (sprich, sie haben Slimmys Urin nicht ausreichend angesäuert). Online habe ich dann gesehen, dass vor allem die Guardacid-Tabletten empfohlen werden. Da für das Ansäuern aber einzig Methionin zählt, verzichte ich lieber auf all die eigentlich unnötigen weiteren Bestandteile in all diesen Präparaten und verwende gleich pures Methionin. (Hier verlinkt findet Ihr das Methionin, das ich benutze. Übrigens: Auch wenn in Spezialfutter und diversen Tablette, Pasten und Co. DL-Methionin verarbeitet ist, braucht Ihr einfach nur L-Methionin. Den Unterschied zwischen DL- und L-Methionin habe ich im umfassenden Beitrag zu Struvit erläutert.)

Ich habe dann einfach ein bisschen gerechnet. Eine Astorin Tablette enthält 100 mg Methionin und man soll morgens und abends eine Tablette geben. Eine Guardacid-Tablette enthält 200 mg Methionin und man soll zwei bis vier Tabletten pro Tag geben. In diversen Erfahrungsberichten habe ich dann online gelesen, dass viele „PatientenbesitzerInnen“ zwei Tabletten morgens und zwei Tabletten abends empfehlen. Da wären wir also bei jeweils einer Dosis von 400 mg. Die puren Methionin-Kapseln, die ich verwende, enthalten 375 mg pro Kapsel. Da sind wir demnach fast bei 400 mg. Ich habe also einmal ausprobiert, wie je eine Kapsel morgens und abends bei Slimmy funktioniert. Slimmy frisst zwar viele kleine Portionen über den Tag verteilt, „gehäuft“ aber in den Morgen- und Abendstunden, während sie tagsüber vergleichsweise wenig frisst (und in größeren Abständen) und auch das Tellerchen, das sie „über die Nacht bringen“ soll, wird nicht immer ganz leer gefressen. Daher hat es bei uns mit dieser Dosierung gleich von Anfang an super funktioniert, da ich so die morgens und abends entstehenden „Spitzen“ gut abfangen kann.

Welche Dosen Eure Katzen brauchen und wann genau diese am besten gegeben werden sollten, lässt sich aber eben auch nur jeweils durch entsprechende Messungen individuell für jede Katze feststellen. Grundsätzlich würde ich empfehlen, mit 1/2 – 1 Kapsel anzufangen und dann zu kontrollieren, ob damit schon der gewünschte Effekt erreicht wird. Übrigens: Ich selbst empfinde es als zusätzlichen Vorteil der Kapseln, dass man sie ganz einfach öffnen und dann eben zuerst auch nur die Hälfte benutzen bzw. sie öffnen und einfach unter das Futter mischen kann.

Achtung: Auch Methionin braucht Zeit um zu wirken

Ebenso wie der pH-Wert nicht von jetzt auch gleich, sondern über Stunden nach dem Fressen ansteigt (wir reden von zwei bis sechs Stunden) bis er dann wieder zu sinken beginnt, wirkt auch Methionin nicht in Sekundenschnelle! Wenn also z. B. der pH-Wert ein/zwei Stunden nach dem Fressen und der Methioningabe noch nicht (ganz) optimal passt, dann ist das kein Grund zur Panik bzw. um die Dosis gleich zu erhöhen. Um die optimale Dosierung zu finden, empfiehlt es sich auch hier wieder, Tagebuch zu führen: Wann wurde welche Dosis gegeben und wann wurde danach welcher pH-Wert gemessen? In Kombination mit den Werten, wann was und wie viel gefressen wurde, kann man so ganz individuell feststellen, wann man am besten wie viel Methionin geben sollte.

Schritt 3 bei der bedarfsgerechten Ansäuerung des Urins: Check-ups

Es ist natürlich nicht nur wichtig, selbst regelmäßig den pH-Wert zu messen, sondern auch immer wieder Urinproben zur Kontrolle in die Tierarztpraxis zu bringen.

Studien haben gezeigt, dass sich sterile Struvitkristalle durchschnittlich in zwei bis vier Wochen auflösen. Bei infektiös bedingten dauert es länger. Es empfiehlt sich daher, (aller)spätestens einen Monat nach Beginn der Behandlung eine Urinprobe zur Untersuchung zu bringen, um festzustellen, ob immer noch Kristalle vorhanden sind. (Dass man vorher wieder mit der Katze zum Arzt gehen muss, wenn sie irgendwelche Auffälligkeiten zeigt, brauche ich hier hoffentlich nicht extra zu betonen.)

Auch wenn die Katze wieder Struvit-frei ist, sollte man immer wieder einmal eine entsprechende Kontrolluntersuchung machen lassen, einfach um auf Nummer Sicher zu gehen, dass das Problem nicht wieder auftritt. Ich selbst habe Slimmys Urin in der Anfangszeit alle ein bis zwei Monate einmal „nachkontrollieren“ lassen, inzwischen bringe ich nur noch ein paar Mal im Jahr Urin in die Tierarztpraxis (meistens, wenn ich sowieso wegen irgendetwas anderem hin muss).

Alternativen zur bedarfsgerechten Ansäuerung des Urins

Wie auch schon im ausführlichen Beitrag zu Struvit erläutert, können gerade bei längerfristiger Anwendung von Ansäuerungsmitteln auch nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen auftreten. Eine Ansäuerung des Urins sollte daher wirklich immer nur vorgenommen werden, wenn es (gar) nicht anders geht und dann auch nur so lange, wie tatsächlich notwendig.

Portionsgrößen ändern

Wenn die Katze z. B. bislang nur wenige große Portionen am Tag frisst und danach der pH-Wert entsprechend steigt, dazwischen aber super ist, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

  1. zusammen mit den wenigen Portionen ansäuern, um den Anstieg des pH-Werts abzufangen, oder
  2. versuchen, die Katze auf viele kleine Portionen über den Tag verteilt umzustellen und zu prüfen, ob nicht allein damit der Anstieg des pH-Werts in einem moderaten Rahmen gehalten werden kann. In der Auflösungsphase mit dem sehr engen Rahmen von 6,2-6,5 ist das erfahrungsgemäß eher schwierig, in der Präventionsphase, in welcher der pH-Wert auf 7/7,2 steigen darf, ist aber oft schon diese einfache Möglichkeit ausreichend, um den pH-Wert im Griff zu behalten und gar kein Ansäuerungsmittel zu benötigen.

Mit vielen kleinen Portionen am Tag meine ich übrigens nicht, dass man der Katze 12mal am Tag eine Miniportion hinstellen soll (was in den meisten Fällen ja auch praktisch gar nicht umsetzbar wäre, weil die meisten von uns ja auch irgendwann mal arbeiten müssen). Ich meine stattdessen, der Katze ganztägig freien Zugang zum Futter zu geben, damit sie selbst wann immer sie möchte, kleine Portionen fressen kann, wie es auch dem natürlichen Fressverhalten von Katzen entspricht.

Futter wechseln

Im ausführlichen Beitrag zu Struvit habe ich ja schon detailliert erläutert, dass es deutlich unterschiedliche Empfehlungen zur idealen „Struvit-Diät“ gibt. Da aber gerade bei Katzen, die sich (hauptsächlich) von der Jagd ernähren, ein idealer pH-Wert des Urins festzustellen ist (was ja auch logisch ist, immerhin ist ihr ganzer Organismus auf diese natürliche Ernährung ausgerichtet), liegt es nahe, dass eine möglichst artgerechte Ernährung sinnvoll ist. Sprich, dass entweder hochwertiges Nassfutter oder BARF die Fütterungsmittel der Wahl sind.

Und übrigens: Struvit tritt ja nicht grundlos auf. Und oft liegt die Ursache leider im bisherigen Futter. Da es ja nicht Sinn und Zweck der Übung sein, anzusäuern und weiterhin das Futter zu geben, das eigentlich das Ansäuern erst notwendig macht, ist es auch sinnvoll, sich nochmal Gedanken über die bisherige Fütterung zu machen.

Wenn die Kristalle erst einmal aufgelöst sind

Ist die „Auflösephase“ erst einmal erfolgreich überstanden, kann man natürlich erst einmal aufatmen. Aber eines darf dabei nicht vergessen werden: Ab jetzt ist man in der Präventionsphase und da die Rückfallrate bei Struvit bis zu 50 % beträgt, ist man in dieser Präventionsphase eigentlich auch das restliche Katzenleben lang.

Es ist also auch nach der erfolgreichen Behandlung sinnvoll und notwendig, selbst immer wieder einmal den pH-Wert zu überprüfen und zwischendurch auch immer wieder einmal den Urin untersuchen zu lassen, um Rückfälle zu verhindern bzw. möglichst frühzeitig zu erkennen und entgegenwirken zu können.

Da langfristiges Ansäuern nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben kann, sollte man auf alle Fälle versuchen, den pH-Wert in der Präventionsphase über hochwertiges Futter und entsprechende Fütterungsintervalle (siehe oben) im Griff zu behalten. Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung berichten, dass selbst wirklich gutes Nassfutter und „Häppchenfressen“ über den ganzen Tag verteilt nicht immer die Lösung ist. Bei Slimmy reicht es leider auch nicht aus, ich kenne aber ganz viele andere Fälle, die zeigen, dass Slimmy hier wohl eher die Ausnahme ist, die die Regel bestätigt.

Bedarfgerechte Ansäuerung des Urins im Mehrkatzenhaushalt

Ich hoffe, es versteht sich von selbst, dass die Ansäuerung des Urins nur bei der betroffenen Katze erfolgen darf. Wer also das Methionin direkt ins Futter mischt, muss darauf achten, dass wirklich nicht auch die gesunde/n Katze/n davon mit frisst/fressen. Wir wollen ja nicht den eigentlich passenden pH-Wert in den Bereich drücken, in dem Oxalat ausfallen kann und dann im schlimmsten Fall eine weitere kranke Katze haben.

Geht’s nicht auch einfacher?

Zu guter Letzt möchte ich noch auf eine Frage eingehen, die mir auch immer wieder gestellt wird, nämlich ob es nicht auch einfacher geht. Ja, mir ist bewusst, all das Messen und das Finden der richtigen Dosierung sind anstrengend. Und gerade bei Freigängern oft nicht umsetzbar, wenn man sie nicht zumindest eine gewisse Zeit lang drinnen behält.

Einfach z. B. Tabletten nach Anleitung oder Spezialfutter zu geben, ist aber auch keine einfachere Lösung und vor allem keine sichere. Niemand kann versprechen, ob z. B. zwei Tabletten mit je 100 mg Methionin am Tag schon reichen, oder ob es zwei oder gar vier Tabletten mit je 200 mg Methionin braucht. Das kann man nur feststellen, indem man die Wirkung überprüft. Auch kann man sich nicht einfach blind darauf verlassen, dass sich durch Spezialfutter tatsächlich der versprochene pH-Wert einstellt und alles super läuft. Aus eigener Erfahrung kann ich nur berichten: Bei Slimmy wurden auch in der Zeit als sie nur Spezialfutter bekommen hat, immer wieder doch auch kleine Mengen Struvitkristalle festgestellt.

 

 

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24 Antworten auf „Bedarfsgerechte Ansäuerung des Urins – Eine Ergänzung zum Stuvit-Beitrag“

  1. Mein Kater ist leider wie Slimmy, er hat schon vor der Struvit Geschichte (mit zwei Harnwegsverschlüssen und Katheter und allem was dazu gehört) sehr hochwertiges Futter bekommen. Fisch und alles was ansatzweise basisch ist, habe ich danach aber gestrichen. Leider muss ich weiterhin täglich 500mg Methionin geben und jetzt fängt er wieder an Zeichen einer Blasenentzündung zu zeigen… muss jetzt dringend nochmal eine Urinprobe ergattern. Ich denke mir ständig, dass es da doch auch mal andere Lösungen geben muss. Meine TÄ meinte noch, dass die Katzen sich mehr bewegen müssen, weil durch die Bewegung auch der Urin in der Blase in Schwung bleibt und sich Kristalle dadurch schlechter bilden können. Allerdings hat mein Kater mehr Bewegung als vorher… also kann ich das so jetzt auch nicht unterschreiben.

    Danke auf jeden Fall für deine ganze Aufarbeitung, besonders auch in dem Hauptartikel. Dass ich deine Seite gefunden hab, hat meinem Kater vermutlich das Leben gerettet, weil mein damaliger TA wirklich gar keine Ahnung hatte und ich durch deinen Beitrag besser Bescheid wusste als er…
    LG
    Lea

    1. Liebe Lea,

      leider braucht es oft wirklich sehr viel Eigeniniziative, weil man sich einfach nicht blind darauf verlassen kann, dass Tierärzte schon wissen werden, was sie tun. Freut mich, dass dir meine Ausführungen da weiterhelfen konnten.

      Wirklich Mist, wenn es trotz hochwertiger Ernährung einfach nicht funktioniert. Unterschiedliche Portionsgrößen hast du ja sicher auch schon probiert und ausreichend Flüssigkeit bekommt der Spatz sicher auch, da du dich schon so ausführlich eingelesen hast. Ebenso gehe ich davon aus, dass du sicherlich den pH-Wert ohnehin regelmäßig misst, um sicherzugehen, dass die Methionindosis passt. Als zusätzlicher Tipp fällt mir da nur noch ein, einmal im Labor die chemische Zusammensetzung der Kristalle (falls jetzt tatsächlich trotz allem wieder welche vorhanden sind, die die Blase reizen) testen zu lassen, um wirklich sicherzugehen, dass da nicht etwa z. B. Mischsteine vorhanden sind, gegen die eine „reine Struvitbehandlung“ nicht ausreicht.

      Alles Gute für Euch!

  2. Liebe Sabine,
    mich hat es gelinde gesagt geschockt, wie uninformiert diese Tierarztpraxis war. Ich musste ständig korrigieren weil der Arzt von saurem Urin und Oxalatsteinen gesprochen hat. Casimir’s Blase sah aus wie eine Schneekugel und alles was mir die Praxis geben wollte war das ominöse Royal Canin Futter…

    Leider ja, das habe ich alles schon ungesetzt. Er bekommt 4-5 Mal am Tag Fressen und immer mit sehr viel Wasser vermischt (zum Glück mag er es trotzdem).
    Seinen PH checke ich wirklich mind 1-2 Mal die Woche. Gerade natürlich wieder häufiger (zum Glück bin ich noch im HomeOffice). Ich habe heute das erste Mal Metacam gegeben und hoffe, dass ihm das jetzt schon mal hilft. Es würde mich sehr wundern wenn er Oxalat Steine hätte (wobei es natürlich nicht ausgeschlossen ist durch die starke Ansäuerung die im Dezember teilweise sogar direkt durch den Katheter durchgeführt wurde – ich hab aber recht penibel darauf geachtet, dass er nicht unter 6,0/6,2 geht. So gut das eben möglich ist :-/) Aber ich denke mir, dass er dann eigentlich schon früher hätte wieder Probleme zeigen müssen.
    Mal schauen. Ich hoffe so sehr, dass die Blasenschmerzen nicht durch Steine kommen und natürlich auch von nichts noch schlimmeren. Eine „normale“, bakterielle Blasenentzündung ist zwar sehr selten, aber naja die Hoffnung ist da.

    Danke dir! Und liebe Grüße
    Lea

      1. Liebe Lea,

        woah, echt schlimm, wenn ein TA nicht mal den Unterschied zwischen Struvit und Oxalat zu kennen scheint. Und ansäuerndes Spezialfutter bei Oxalat…da kann man ja nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

        Ich hatte übrigens nicht unbedingt an Oxalat gedacht, als ich die Untersuchung der chemischen Zusammensetzung angesprochen habe, es gibt ja neben Struvit und Oxalat noch diverse andere, deutlich seltener vorkommende Kristallarten. Und gerade weil sie vergleichsweise so selten vorkommen, haben sie viele TÄ gar nicht auf dem Schirm. Hoffentlich kommt euer neuer TA von selbst auf die Idee, bei der Urinuntersuchung auch gleich ein Antibiogramm erstellen zu lassen, bevor ein AB „ausprobiert“ wird. Aber bei dir mache ich mir da ja keine Gedanken, dass du sonst nicht von selbst darauf bestehst. Für den Fall der Fälle: Kennst du D-Mannose als Alternative zu AB bei E-Colis?

        Wir drücken auf alle Fälle alle Daumen und Pfötchen, dass es jetzt nicht wieder Kristalle und natürlich auch nichts noch schlimmeres ist. Leider gibt es ja diverse Gründe für Blasenentzündungen und in gar nicht so seltenen Fällen kommt man auch gar nicht drauf, woran es eigentlich liegt, die berühmt berüchtigten idiopathischen Blasenentzündungen. Ohne den Untersuchungsergebnissen vorgreifen zu wollen, kommt mir noch die Idee, dass bei gereizten Blasenwänden auch entsprechende Medis zum „Schleimwandschutz“ hilfreich wären. Wir haben da z. B. gute Erfahrungen mit Calmurofel oder auch Urostat gemacht.

        1. Liebe Sabine,
          ja das war mein Wegruf. Die Praxis war zwar direkt um die Ecke und hat die verhasste Autofahrt verkürzt, aber da fahre ich lieber 15 Minuten länger und muss dafür nicht selbst noch Tiermedizin studieren. Wobei ich bisher wirklich von jedem TA (und durch Umzüge habe ich da schon so einige verschiedene aufgesucht) Royal Canin aufgedrückt bekomme… bzw sie versuchen es und ich lehne es immer dankend ab. Ist wirklich der hammer… auch wie Trockenfutter die ganze Zeit promotet wird.
          Naja kurzer Exkurs. Zurück zum Thema Katzenblase 🙂
          Jetzt wo du es sagst, das mit den anderen Kristallen hatte ich auch mal irgendwo gelesen (evtl. in deinem Blogbeitrag?) Antibiotikum bekommt er nur noch mit Antibiogramm… er hat dieses Jahr viel zu viel von dem Zeug bekommen (er hat nämlich auch noch plötzlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit entwickelt und das Cortison hat bei ihm durch die Unterdrückung des Immunsystems seinen Katzenschnupfen wieder ausbrechen lassen…).
          Ich konnte gestern eine Urinprobe ergattern und er hat absolut nichts im Sediment. Weder Steine, noch Blut oder etwas anderes auffälliges. Das spezifische Gewicht war auch in Ordnung. Also soweit alles ok. Nur dann bleibt eben die Frage woher kommen die Blasenschmerzen. Was für mich besonders auffällig ist, ist dass sie abends schlimmer zu sein scheinen als tagsüber.
          Eine stressbedingte Blasenentzündung kann ich nicht ausschließen. Dadurch, dass kein Blut im Urin festgestellt werden konnte, möchte ich auch eine Punktion der Blase gerne vermeiden (dafür müsste er in Narkose… er ist sehr unkooperativ beim TA).
          Vielen Dank für die Vorschläge für den Schleimhautschutz! Hatte es bei euch Auswirkungen auf den PH? Das werden wir definitiv mal ausprobieren 🙂
          LG
          Lea

          1. Liebe Lea,

            nein, ich konnte keinerlei Auswirkungen auf den pH-Wert feststellen, da kann ich dir ruhigen Gewissens empfehlen, es mal zu versuchen. Einerseits toll, dass jetzt nichts zu finden war, das heißt ja, dass dein „Struvit-Management“ super funktioniert, andererseits natürlich blöd, wenn man nicht weiß, was konkret jetzt das Problem ist. Stress kann aber definitiv ein Auslöser sein, das sehe ich bei Slimmy auch immer wieder.

            Die Nahrungsunverträglichkeit hat mich jetzt allerdings auch aufhorchen lassen, da muss ich jetzt noch ein bisschen nachhaken. Einerseits können bei Katzen wie beim Menschen natürlich Unverträglichkeiten/Allergien im Laufe des Lebens plötzlich auftauchen, andererseits kann eine Nahrungsunterträglichkeit aber auch in Begleitung weiterer Probleme des Vertrauungstraktes auftreten. Welche Symptome hatte der Spatz denn? Durchfall oder Hautprobleme oder beides? Wurde das Cortison wegen der Unverträglichkeit gegeben? Habt ihr es inzwischen wieder abgesetzt? Habt ihr durch eine Eliminationsdiät herausbekommen, was nicht vertragen wird? Gibt es aktuell noch Symptome?

            Ich frage deshalb so genau nach, weil Bauchschmerzen durchaus auch mal als „Blasenprobleme“ fehlinterpretiert werden können. Das weiß ich leider aus eigener Erfahrung. Gerade, wenn die Katze eine entsprechende Vorgeschichte hat, denkt man klarerweise sofort an Blasenprobleme, wenn am Kisterl „Auffälligkeiten“ gezeigt werden. Wenn Slimmy einen akuten Pankreatitisschub hat, sitzt sie aber auch z.B. häufig gehockt da und geht öfters auf Klo, ohne was zu machen. Normalerweise kann ich sehr genau unterscheiden, was kommen wird. Wenn sie Urin absetzt, hockt sie sich rein, wenn sie Kot absetzt, stellt sie sich mit den Vorderpfoten und einer Hinterpfote auf den Kisterlrand…völlig unterschiedliche Körperhaltungen also. Wenn sie Bauchweh hat, setzt sie sich aber eben auch öfters einmal rein, presst und macht dann nichts. Das hat für mich anfänglich auch nach Blasenentzündung ausgesehen. Inzwischen weiß ich aber, dass sie in solchen Phasen einfach manchmal selbst nicht (mehr) weiß, was sie gerade drückt…und nach diversen Anläufen setzt sie dann Kot ab und urinieren funktioniert später dann doch normal. Aufgrund dieser eigenen Erfahrungen habe ich schon einige Leute, bei deren Katzen eine idiopathische Blasenentzündung diagnostiziert worden war, darauf hingewiesen, dass sie auch mal den Verdauungsapparat genauer untersuchen lassen sollen. Und siehe da, in ca. der Hälfte der Fälle hat sich herausgestellt, dass es tatsächlich nicht an der Blase gelegen hat, sondern die Katzen Bauchschmerzen hatten.

            Wenn es bei euch also nicht bald besser wird, würde ich sonst auch mal in diese Richtung denken. Könnte da möglicherweise auch ein Zusammenhang damit bestehen, warum die Schmerzen vor allem abends auftreten? Wird da vorher besonders viel gefressen? (Der Gedanke kommt mir, weil Slimmy zwar den ganzen Tag Häppchen frisst, „geballt“ aber morgens und abends. Ist das bei euch vielleicht ähnlich?)

  3. Liebe Sabine,

    ah super, dann kann ich das ja echt mal testen ohne Sorgen.
    Ja ich bin auch beruhigt, wobei jetzt heute die TÄ am Telefon meinte, da Casimir immer noch unsauber ist, dass vllt ein einzelner größerer Stein in der Blase ist und man mal ein Ultraschall machen sollte. Sonst hat sie seinen Bewegungsapparat im Verdacht. Aber ich gebe ihm gerade Schmerzmittel und er war eben wieder unsauber. Das passt meiner Meinung nach nicht so richtig zusammen.

    Bzgl. seiner Nahrungsunverträglichkeit: Er hatte extreme Hautprobleme am Ohr. Die Haut hat sich entzündet und er musste 3 Wochen lang einen Kragen tragen. Erst hab ich es auf Anraten mit Cortisonspray versucht, das hat das ganze gefühlt aber weiter verschlechtert. Dann habe ich Cortisontabletten gegeben, einfach damit ich das besser kontrollieren kann (statt einer Depotspritze). Im gleichen Zug hab ich ihn dan umgestellt auf ausschließlich Känguru und habe dann das Cortison langsam ausschleichen lassen. Nach 1 Woche Cortison fing dann der Katzenschnupfen an woraufhin er dann Antibiotikum für 3 Wochen bekommen hat. Puh ja und mit der Ausschlussdiät weiß ich jetzt, dass er gegen Geflügel allergisch ist. Durchfall hatte er aber nie. Während ich das Antibiotikum gegeben habe, habe ich aber auch gleichzeitig ein Probiotikum gegeben. Er hat aktuell keinerlei Symptome, ich gebe weiterhin hauptsächlich Känguru und zwischendurch Rind.

    Das mit den Bauchschmerzen habe ich mich auch schon öfter gefragt, aber er macht auch so kleine Pipi Flecken wobei er sonst normalerweise eher nur 2 mal am Tag riesen Pipi „Flatschen“ (sorry für die Visualisierung) macht.

    Aber ja, die Unsauberkeit tritt momentan nur Abends auf, aber meistens bevor ich das Futter gegeben habe. Definitiv frisst er aber auch Abends und Morgens am meisten. Ich muss ihn tatsächlich auch zügeln, wenn ich ihm immer Fressen geben würde, dann würde er wieder extrem zunehmen und das können wir uns mit seinem Gesundheitszustand nicht leisten. Meine TÄ meinte ich solle mal noch Cellulose zum Futter mischen, damit er nicht „hungert“ (er bekommt aber eigentlich genug…). Hast du damit evtl schon Erfahrung? Vermutlich nicht, wenn du Slimmy ihr Futter so zur Verfügung stellen kannst 😀

    Hach ich bin dir so dankbar für deinen Rat gerade. Ich hab niemanden, der sonst solche Probleme kennt und sowieso keinen der sich so gut auskennt wie du. Nicht mal meine Tierärzte.

    LG
    Lea

    1. Liebe Lea,

      ich freue mich immer, wenn ich helfen kann. Ich kenne diese Situation ja leider selbst nur zu gut, wenn es der Katze lange Zeit einfach schlecht geht, man gefühlt Dauergast beim TA ist und einfach nichts wirklich hilft. Mir haben damals auch liebe Menschen in einem Forum sehr geholfen. Inzwischen haben wir zwei gute TA-Praxen (einmal schul- und einmal alternativmedizinisch) und Slimmys Probleme soweit im Griff. Aber der Weg dahin war sehr lange und steinig.

      Zur Sicherheit fasse ich jetzt mal zusammen, was Casimir alles hat:
      Struvit (habt ihr durch richtiges „Struvit-Management“ gut im Griff)
      Nahrungsunverträglichkeit (habt ihr durch richtiges Futter im Griff)
      Katzenschnupfen (wieder?ausgebrochen durch Cortison, ohne Cortison jetzt wieder symptomfrei?)
      Gewichtsprobleme
      Eigentlich eh schon mehr als genug, aber trotzdem zur Sicherheit die Nachfrage: Gibt es noch mehr medizinische Baustellen?

      Zu den Gewichtsproblemen: War er (stark) übergewichtig und hat inzwischen abgenommen? Und weil TÄ leider oft Übergewicht nur daran festmachen, was die Waage anzeigt: Wie schaut denn seine Körperform aus?
      Mit Futterzellulose hat deine TÄ völlig recht, da ist dann einfach mehr Volumen im „Bauchi“, ohne großartig zusätzliche Kalorien. Bei uns gibt es zwar regelmäßig die Laola-Welle beim TA, wenn festgestellt wird, dass Slimmy weiterhin ihr Gewicht gehalten hat, ich habe aber tatsächlich trotzdem schon Erfahrung damit, weil wir auch schon Futterzellulose genutzt haben, um den Rohfaseranteil zu erhöhen (bei zu festem Kot bzw. bei Clostridien).

      Bezüglich eines großen Steins: Die ganze Problematik hat doch im Dezember angefangen, wenn ich es richtig verstanden habe. Seitdem wird angesäuert und es wurden seitdem (und auch jetzt) keine weiteren Kristalle mehr festgestellt. Da spricht doch alles dafür, dass völlig ausreichend angesäuert wird und dann müsste sich normalerweise auch ein großer Struvitstein in der langen Zeit schon längst aufgelöst haben. Aber ein Ultraschall der Blase könnte schon insofern nicht schaden, als dabei ja auch geschaut werden kann, ob die Blase generell irgendwelche Auffälligkeiten zeigt.

      Das Schmerzmittel gibst du doch schon seit einigen Tagen und bislang ist damit noch keine Besserung/Veränderung erkennbar, oder? Eigentlich sollte aber (bei richtiger Dosierung) schon eine Verbesserung des Befindens eintreten, egal woher die Schmerzen jetzt konkret kommen.

      Gibt es sonst irgendwelche Hinweise auf Rückenprobleme? Zuckt er z. B. wenn du ihn an gewissen Stellen streichelst, bürstest? Geht manchmal eine Art „Welle“ durch seinen Rücken? Gibt es Auffälligkeiten am Gangbild, springt er weniger, kommt manchmal nicht überall hoch? Wenn du einen Ultraschall der Blase machen lasst, würde ich auf alle Fälle auch gleich den Rücken Röntgen lassen (dann hast du das „in einem Aufwasch“ erledigt).

      Häufiges „tröpfchenweises“ Urinieren deutet zwar recht deutlich auf eine Blasenproblematik, das heißt aber nicht, dass es nicht parallel auch Rückenschmerzen geben kann (z. B. wenn er sich durch Schmerzen permanent verkrampft.) Ich könnte mir ehrlich gesagt auch gut vorstellen, dass auch Osteophatie oder Akkupunktur bei euch da helfen könnte. Zwei Riesenflatschen (bei mir darfst du so plastisch beschreiben wie du möchtest, ich hab einen ganzen Handyfotoordner voll mit „Katzenkotze-Fotos“(;…) täglich sind allerdings auch nicht unbedingt ideal – gerade bei Struvit-Katzen-, weil da der Urin doch schon sehr lange in der Blase verbleibt.

      Langer Rede kurzer Sinn: Ich würde jetzt auf alle Fälle mal z. B. Calmurofel für die Blasenschleimwände geben und gegebenenfalls auch noch was gegen Stress. Wenn ein Ultraschall gemacht wird, würde ich gleich auch eine orthopädische Untersuchung und Röntgen mitmachen lassen, dann ist das wenigstens in einem abgedeckt.

  4. Liebe Sabine,

    das ist einfach so viel Wert, wenn man eine gute TA Praxis hat, so man seinen TÄ vertrauen kann.

    Genau das sind seine Baustellen und zum Glück und ich hoffe das bleibt so, nicht noch mehr.
    Der Katzenschnupfen ist seit Juli komplett weg wieder 🙂

    Ja das ist wirklich schwer zu sagen. Also er ist ein BKH Kater, entsprechend sind die ja auch einfach schwerer (und auch wenn sich alle darüber lustig machen, wenn ich das sage) auch muskulöser. Er hat im Dezember 9 kilo gewogen, das war wirklich etwas zu schwer. Durch die ganzen Probleme und natürlich dann auch durch die Umstellung beim Futter (erst kein TroFu – natürlich davor immer ohne Getreide etc., dann keine Leckerlies mehr) und auch den ganzen Stress, hat er ziemlich abgenommen und wiegt jetzt noch etwa 6,5 kg. Da meinte die TÄ das wäre für den Kater (da er eben auch ziemlich riesig ist) ein super Gewicht und das sollten wir versuchen zu halten. Er würde aber am liebsten kontinuierlich fressen… ich weiß nicht woran das liegt, aber es fühlt sich an als hätte er ein Loch im Bauch. Und er bekommt 500g NaFu mit 90% Fleischanteil täglich. Daher die Idee der TÄ da noch Cellulose beizugeben.

    Mit zu festem Kot haben wir glaub keine Probleme… ich hoffe es zum mind, aber bisher scheint das einigermaßen zu funktionieren. Meine andere Katze (Pepper) hat nur zwischendurch schon mal Durchfall, das bekomm ich dann ganz gut mit Kartoffeln in den Griff.

    Ich kann mir das auch nicht vorstellen mit dem Stein. Zumal er ja auch kein Blut im Urin hat, der Stein also, wenn er da sein sollte nichts verletzt…
    Ich hatte vorgestern nicht mehr genug Schmerzmittel (die TÄ haben mir nur so eine Mini-Flasche mitgegeben) und daher war er gestern ohne Schmerzmittel und ich hab es mal als Test gesehen (da er ja auch mit Schmerzmittel wild pinkelt), aber es wurde tatsächlich wieder schlimmer. Er hat auch ein bisschen wie gedämpft gewirkt. Hab dann also direkt wieder neues Schmerzmittel geholt 🙁

    Also Rückenprobleme würde ich fast ausschließen. Ich kraule ihn sehr viel und auch schon mal massage-ähnlich am unteren Rücken und da kommt keinerlei Reaktion (außer eben Schnurren). Er zuckt nicht und auch sonst springt er überall ohne Probleme auch und durch die Gegend. Am liebsten auf den Küchentisch, damit ich ihn runterscheuche und so direkt bei seinem Napf bin und er mich dann anmeckern kann.

    Ich würde ihn ungerne in Narkose legen lassen, weil er einfach schon sooo oft dieses Jahr in Narkose war :'( aber wenn es nicht anders geht, dann gehts nicht anders. Ich glaube ein Ultraschall ist wirklich sinnvoll, auch um sonstige Abnormalitäten zu sehen. Evtl. sieht man auch, dass die Schleimhaut verdickt ist, oder so.

    Das wäre auf jeden Fall mal Wert mich da schlau zu machen, wo ich ihn da hier bei uns in der Gegend vorstellen könnte. Er lässt nur leider nichts geduldig über sich ergehen und wehrt sich mit ganzer Kraft (und er hat wirklich richtig Power – 3 Arzthelferinnen müssen ihn festhalten).

    😀 ja das hab ich tatsächlich auch. Auch einen Ordner der Casis Hautkrankheit dokumentiert und sein Pipi-Verhalten als er so krank war mit den Steinen. Alles festgehalten und dokumentiert.
    Zu der Zeit mit den Steinen haben wir sogar alles was er an Pipi gemacht hat gewogen. Um sicher zu gehen, dass 1. alles rauskommt und 2. sofort zu merken, wenn zu wenig kam um dann in noch mehr aufzupassen, dass da nicht nochmal der Harnweg verstopft. 24/7.

    Dass er so wenig pinkelt nervt mich auch, aber er hat das schon immer gemacht und anscheint eine riiiiesen Blase. Gestern ohne Schmerzmittel hat er aber direkt 4 mal gemacht.

    Ja das werde ich wirklich mal bestellen und dann habe ich ja morgen den Termin 🙂

    Danke!!
    LG
    Lea

    1. Liebe Lea,

      wir sind wohl wirklich auf einer Wellenlänge.(; Ich habe für Slimmy eine „Krankenakte“, in der seit 2015 jedes Gramm Futter, jedes Medikament, jeder Kisterlgang (mit Uhrzeit und ergänzenden Bemerkungen), jeder Tierarztbesuch inkl. Befunde etc. etc. verzeichnet ist. Nur so habe ich viele von Slimmys Baustellen überhaupt richtig erkennen und zuordnen können.

      Ich drück auf alle Fälle die Daumen, dass er mit Futterzellulose gut klarkommt und es mit „Blasenschleimhautschutz“ und Schmerzmittel ganz schnell besser wird. Wenn da doch so ein Unterschied zu merken ist, braucht er das ja offensichtlich. Allerdings können viele Schmerzmittel wie Metacam auch auf den Magen schlagen. Zu lange würde ich das auch nicht geben wollen. Wenn er so „wehrhaft“ ist, ist vermutlich Akkupunktur bei euch nicht die allererste Wahl, aber vielleicht gibt es ja bei euch in der Gegend jemanden, der Osteophatie auch bei Katzen macht? Slimmy hat das bisher immer extrem gut geholfen (egal ob jetzt der Bauch, der Rücken, das Knie oder sonst was weh getan hat). Und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie genau unsere Osteophatin nur durch sanftes Handauflegen genau lokalisieren kann, woher der Schmerz stammt (sowohl bei Slimmy als auch bei mir selbst). Vielleicht könnte also sojemand auch schon erste Anhaltspunkte geben.

      Gut, dass er zumindest keine offensichtlichen Schmerzen am Rücken zeigt, ganz ausschließen würde ich den Rücken als Ursache des Problems aus eigener Erfahrung aber trotzdem nicht. Slimmy hat da auch schon mehrfach zuhause gar nicht reagiert und unter den „Untersuchungsgriffen“ beim TA dann aber doch ganz eindeutig reagiert. Ah, es wär halt alles so viel einfacher, wenn Katzen sprechen könnten. Oder wenn sie wenigstens nicht so verdammt gut darin wären, Schmerzen (lange) zu verbergen.

      Ich hab nochmal gegrübelt, ob mir noch irgendwas einfällt, was Slimmy sonst noch oft hilft und bin noch auf eine Sache gekommen: Egal ob ihr jetzt der Bauch, der Rücken oder die Blase Probleme machen, Wärme tut ihr dann immer gut und hilft ihr zu entspannen. Jetzt ist ja ohnehin gerade Heizungszeit. Hat Casimir ein Platzerl an der Heizung wo er gerne liegt? Vielleicht so eine Hängematte am Radiator oder so was in der Art? Oder kennst du diese Heizmatten für Katzen? Oder vielleicht mag er sich an ein Kirschkernkissen (oder sowas in der Art) kuscheln?

      Alles alles Liebe für euch! Ich würde mich sehr freuen, wenn du mich weiterhin auf dem Laufenden hältst.

  5. Liebe Sabine und Mitlesende 🙂

    ich habe leider eine schlimme Odyssee und den „Supergau“ hinter mir.

    Um es kurz zu machen: Mein Kater Lulu (6 Jahre) hatte nicht nur massiv Struvit Kristalle (wurde erst alles trotz Ultraschall und Urinproben gar nicht erkannt), sondern erschwerend auch eine Harnröhrenverengung bzw. einen Knick, der das Wasserlassen zusätzlich erschwerte.

    Vor 5 Wochen kam die 1. OP, der Penis wurde verkürzt. Nach Ziehen des Katheters am folgenden Tag, durfte ich Lulu abholen. Nach 2 Tagen stellte ich fest, dass er nur tröpfeln konnte; der Urin kam nicht im Strahl. Die TÄ spülte Harnröhre und Blase, es hatten sich scheinbar Rückstände (Gewebe, Blut) gebildet, die die Harnröhre verengten. 2 Tage später ging wieder nichts; er presste minutenlang unter Stöhnen und es lief Null Urin.

    Also diesmal ab in die Tierklinik (es war Samstag Abend), Notaufnahme, nachts dann Not OP (Korrektur der 1. OP, weitere Verkürzung der Harnröhre). Nach 3 Tagen wurde er entlassen, aber ich solle darauf achten, dass er im STRAHL uriniert. Ich ging also mit ihm alle paar Stunden aufs Katzenklo und beobachtete ihn (ich filmte es auch ein paar Mal).

    Was ich irgendwann sah war, dass der Urin gleichzeitig tröpfelte und an einer anderen Stelle in einem dünnen Strahl kam. Ich habe das der Haus TÄ gezeigt – sie konnte es sich nicht erklären. Er bekam von der Klinik auch 2 verschiedene Medikamente, die die Blasenwand entspannen und das Urinieren erleichtern sollten (plus 2 verschiedene Antiobiotika) . Die TÄ meinte, das alles „wäre ja schon mal was, wenn auch nicht optimal“. Mein Unbehagen wurde größer und wieder nach ein paar Tagen, war es wieder soweit – er konnte keinen Urin ablassen. Ich bin zuerst zum Hausarzt, der 15 Minuten weg ist. Dieser hatte ja die 1.OP (Penisamputation) durchgeführt. Er versuchte 45 Minuten lang den Katheter einzuführen und kam nicht rein (erfahrener Chirurg mit 40 Jahren Erfahrung)… schliesslich sprach er von Euthanasie (da der Kater ja nicht pinkeln konnte).

    Also zurück in die Tierklinik! Dort war man auch ein wenig ratlos, ich zeigte das Video wo er gleichzeitig Urin in Tropfen und im Strahl ablässt. Niemand hatte so etwas gesehen. Ich selber hatte zwischenzeitlich an eine Fistel gedacht, aber da weder der Haus TA noch die Tierklinik darauf reagierten…. Jedenfalls kam an diesem Tag der 3. Eingriff. Die Wunde war offenbar verklebt, die Harnröhre ok. Die Oberärztin konnte die Verklebung lösen und er verbrachte 5 Tage im Krankenhaus, mit Katheter (den er sich 2 x zog während man versuchte Fieber zu messen), kam dann schließlich nach Hause.

    Er ist jetzt seit 2 Wochen wieder zu Hause, mit Halskrause, ich reinige die Wunden täglich und wir waren 1x zur Kontrolle in der Tierklinik, nächste Woche kommt die Abschlusskontrolle. Er pinkelt wie eine Eins!!! …

    So, das ist unsere Geschichte in Kurzversion und relativ nüchtern zusammengefasst. Ich brauche Euch aber nicht zu sagen, dass ich durch die Hölle gegangen bin!

    Im Moment messe ich alle paar Tage den PH Wert; aber ich bin unsicher, wie oft und wie lange ich ansäuern soll. Es gibt nächste Woche eine umfassende Nachbesprechung in der Tierklinik, aber ich mache mir natürlich vorab schon einige Gedanken.

    Die Haus TÄ hatte mir zu Cranberry UTI geraten, das den Urin gut ansäuert. Ich habe aber auch die Urocid Paste da und von Astorin das FLUTD. Alle Katzen bekommen generell auch Glucosamin +Chondroitin +MSM (für die Gelenke, aber auch gut für die Blasenschleimhaut).

    Wie oft sollte man de PH Wert kontrollieren und wie fein lässt sich das alles steuern mit der Gabe mit Mitteln, die den URin ansäuern?

    Diät: Lulu (+ Geschwister) wird gebarft. Ich habe lange in den USA gelebt, wo es eine Vielzahl von sehr guten Produkten gibt, wenn man barfen möchte. Seit 3 Jahren sind wir in Deutschland und ich habe erst das Futter selber herstellt (verschieden Proteinquellen + Ernährungsergänzung… also nicht einfach nur einen Hühnerhals hingeworfen :)…

    Seit einem Jahr ca. beziehe ich fertiges Barffutter von ebarf (Perleberg). Vorher hatte ich z.B. Hühnerkarkassen von Tackenberg und habe dann Taurin, L-Lysin, B Komplex, Vitamin E, hinzugefügt. Meine älteste Katze ist 11.5 Jahre alt und mag lieber gegartes Futter, das ich auch über ebarf beziehe (Rohfleischmahlzeiten+Nährstoffe in eigenem Saft gegart).

    Ich weiss, dass man mir jetzt wieder das „gute“ Nierenfutter andrehen wird, das in jeder TA Praxis rumsteht. Ich möchte das aber nicht. Habt Ihr Tipps bezüglich Tierfutterhersteller? Obwohl ich mit ebarf zufrieden bin, rotiere ich ganz gern mal das Angebot.
    Die Seite von Tanya (Handbuch für chronischen Nierenerkrankungen bei Katzen http://www.felinecrf.info) kenne ich seit ein paar Jahren und kann sie nur weiterempfehlen.

    Danke fürs Lesen 🙂

  6. Ach ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich ebenfalls einen Phosphorbinder einsetze – sollte ich den für den anderen beiden Katzen prophylaktisch anwenden?

    Dann benutze ich noch das Horus One, das urämische Toxine im Darm bindet.

    Die Firma ebarf bietet auch spezielles Nierenfutter an, das aber leider nicht fein gewolft ist (und daher eher nicht so die Anerkennung findet bei Lulu).

    Würdet Ihr den anderen Katzen Abfalls immer wieder mal spezielles Nierenfutter anbieten? Als Prophylaxe?

    1. Liebe Viviane,

      zunächst einmal tut es mir sehr leid zu lesen, was dein Schatz alles durchmachen musste und die OPs so problematisch verlaufen sind.

      Ich würde dir raten, den pH-Wert zunächst möglichst mehrfach täglich zu messen, damit du weißt, wie er sich den Tag über (auch durch das Futter) verändert/wie stark er schwankt und ob er möglichst den ganzen Tag über im „sicheren Rahmen“ (dazu habe ich ja ausführliche Angaben im Struvit-Beitrag gemacht) ist. Ansäuern ist immer dann notwendig, wenn der pH-Wert zu sehr steigt. Sprich, solange noch Struvitkristalle vorhanden sind, die noch aufgelöst werden müssen, soll er möglichst nie über 6,5 gehen, wenn es nur noch darum geht, dass nicht wieder Struvit ausfällt, nicht über 7,2. Wenn du also bereits in der „Vorbeugephase“ bist (also keine Kristalle mehr vorhanden sind) und der pH-Wert den ganzen Tag über unter 7,2 bleibt, brauchst du auch nicht anzusäuern, steigt er aber darüber, kannst du entweder versuchen, wie im Beitrag angesprochen über das Futter selbst oder über die Fütterungsfrequenz gegenzusteuern oder du säuerst gezielt so an, dass die Spitzen gebrochen werden.

      Nierenspezialfutter macht in Bezug auf Struvit überhaupt keinen Sinn. Selbst ob es bei CNI-Katzen ratsam ist, ist ja sehr umstritten. Bei Struvit geht es aber darum, dass der pH-Wert im richtigen Rahmen bleibt, das wird durch das Nierenspezialfutter ja nicht erreicht. Warum bekommt der Spatz denn Phosphorbinder? Hat er auch Nierenprobleme zusätzlich zur Struvit-Problematik? Gesunden Katzen würde ich generell nie ein Spezialfutter geben (oder sonst irgendwas als Prophylaxe).

      Ich hoffe, damit konnte ich dir ein bisschen weiterhelfen. Alles Liebe und Gute für Euch!

      1. Vielen Dank für Deine Ausführungen, Sabine.
        Ich denke, wir sind in der „Struvit Präventionsphase“- laut Tierklinik waren weder im Ultraschall noch im Urin Struvit Kristalle nachweisbar.
        Ich teste z.Zt. alle 3 Tage, aber es stimmt schon, ich müsste mir die Werte im Verlauf eines Tages mal anschauen.
        Wie gesagt, wir haben kommende Woche ein Abschlussgespräch, – untersuchung. Ich werde das nochmal ansprechen.
        Die Klinik hat im Ultraschall gesehen, dass die Nieren bereits leicht angriffen sind, also eine CNI vorliegt. Ich habe sämtliche Befunde vorliegen, werde das aber nochmals ansprechen. Während seines Aufenthaltes in der Klinik bekam ich täglich einen Anruf mit einem ausführlichen Bericht und Erläuterung der neusten Befunde. Sofort war auch von „Nierendiät“ die Rede. Ich halte nichts von diesen Diäten, vor allem wenn man sich anschaut, was da alles drin ist. Dazu habe ich mir Deinen Beitrag zum Thema Nierenfutter (DANKE, super ausführlich) angeschaut.

        Das Porus One bindet lediglich urhämische Toxine, das gebe ich allen 3 Katzen (leider ist es nicht ganz günstig).

        Danke Dir für Deine tollen Beiträge; ich finde sie sehr hilfreich.

        1. Ja, Porus One kenne ich auch, Slimmy hat das selbst einige Zeit lang bekommen, als sie eine ANI hatte (zum Glück „nur“ ANI und keine CNI). Kennst du übrigens die echt tolle CNI-Gruppe auf FB? Falls nein, würde ich dir wirklich raten, sie dir einmal anzusehen. Dort kannst du dir sicherlich noch ganz viele tolle Tipps von Leuten holen, die jahrelange Erfahrung mit CNI-Katzen haben.

          Alles Liebe!

  7. Hallo Sabine,
    die Blasenentzündung hat unserer Kater überstanden und bei der letzten Laboruntersuchungen konnten nur noch ganz vereinzelt Struvitkristalle festgestellt werden. Ich soll dafür sorgen, daß der pH-Wert nicht über 7 kommt. Das klappt auch bisher. Um die Gesundheit von Blase und Harnwege zu unterstützen habe ich FeliMove urinary für ihn gekauft. Wegen der Magnesium- und Phosphoranteile (jew. 0,1%) bin ich jetzt aber skeptisch. Sollte ich ihm das besser nicht geben?

    1. Hallo Gundula,

      super, dass ihr es soweit im Griff habt. Solange noch Kristalle da sind, die noch aufgelöst gehören, wäre es natürlich ideal, wenn der pH-Wert nicht über 6,5 geht, danach, wenn es „nur“ noch darum geht, dass sich keine neuen mehr bilden, reicht es, unter 7/7,2 zu bleiben.

      Das FeliMove urinary kannte ich nicht, hab es mir jetzt einmal angeschaut. Wegen des Kalzium-Phosphor-Magnesium Verhältnisses hätte ich da jetzt keine Bedenken, das ist ja gut ausgeglichen. Außerdem habe ich im generellen Beitrag zu Stuvit ja auch schon ausgeführt, dass auch diesbezüglich der pH-Wert mit eine Rolle spielt, denn nicht jede Form von Phosphor spielt überhaupt eine Rolle bei der Harnsteinbildung. Im Detail hier nachzulesen. Also rein von der Zusammensetzung sehe ich keinen Grund, dir davon abzuraten, persönliche Erfahrung habe ich damit aber keine.

      Alles Gute für euch weiterhin!

  8. Vielen Dank für deine ganze Arbeit, das Zusammentragen und Aufbereiten der Daten und Fakten. Auch wir haben seit ein paar Wochen einen entsprechenden Kater zuhause, bei dem wir nun schauen müssen wie wir zurechtkommen.
    Nach etlichen Spülungen, Kathetern und einer OP und weiteren Spülungen in der Klinik kommen wir momentan gut zurecht, verfüttern *nicht* das empfohlene TA Futter (durch eine Diabetiker Katze bin ich da schon gut vorgeingeimpft was Spezialfutter und selbstständiges Recherchieren angeht um mit der Krankheit umzugehen) sondern reichern mit Guardacid an.
    Allerdings beginnt unser Problem schon damit, dass er nur einmal tagsüber Pipi macht – und wahrscheinlich nochmal nachts. Tagsüber die Messung nehmen wir mit, und selbst die schwankt trotz abgewogenem Futter (kein BARF aber hochwertiges Futter ohne Zucker oder Getreide mit 100% Fleisch, geben wir auch der Diabetikerin ohne Probleme die inzwischen sogar in Remission ist) und gleichmäßiger Guardacid Gabe (2×2,5 Tabletten tgl).
    In einer größeren FB Gruppe ist die Devise „Messung nur bei nüchternem Urin ist sinnvoll“ und wir haben vom reinen Logikgedanken schon nicht verstanden wieso. Man muss halt das Gesamtbild einsehen können so gut es geht und da hast du uns mit deiner Aufbereitung schonmal gute neue Denkanstöße gegeben!

    1. Liebe Melanie,

      tut mir leid zu hören, dass ihr jetzt zwei „Patienten“ habt. Aber zumindest bist du durch die Diabetikerin ja schon „vorgeschult“, was die eigenständige Herangehensweise angeht. Ich kann ehrlich gestanden auch nicht erklären, woher dieser spezielle Fokus auf den nüchternen Wert online kommt, er hält sich aber ausgesprochen zäh, auch wenn er – wie du ja schon selbst festgestellt hast – wenig Sinn ergibt. Das wäre ja etwa so, wie wenn ein Diabetiker morgens misst, dann den ganzen Tag Kuchen und Schoko isst und sich sagt: „Super, passt eh, der nüchterne Wert am Morgen war eh soweit ok.“

      Dass die Messungen schwanken ist, selbst wenn du nur einmal täglich messen kannst, jetzt nicht so ungewöhnlich, weil er ja höchstwahrscheinlich nicht immer exakt genau im selben zeitlichen Abstand zur letzten Mahlzeit aufs Kisterl gehen wird (und vorher nicht immer exakt gleich viel gefressen haben wird).

      Urinabsatz nur zweimal täglich ist natürlich suboptimal, gerade zum „Ausschwemmen“ wäre es deutlich besser, wenn er öfters geht. Nur NaFu macht ihr ja schon, wenn ich es richtig verstanden habe. Frisst er es auch, wenn etwas zusätzliches Wasser untergemischt ist? Habt ihr Trinkgelegenheiten die er benutzt? Ansonsten wäre vielleicht ein Trinkbrunnen eine Option. Oder mal ausprobieren, ob er z.B. eher abgestandenes Wasser mag. Manche trinken auch nur aus etwas speziellen „Gefäßen“ wie z.B. Gießkannen. Oder nur fließendes Wasser direkt aus der Leitung. Slimmy hatte mal eine Zeitlang den Tick, dass sie sich in die Badewanne gesetzt hat und dort ein bisserl „vorbeifließendes“ Wasser geschleckt hat – Wasserhahn im Waschbecken hingegen war damals keine Alternative für sie.

      Alles Gute für Euch!
      Liebe Grüße
      Sabine und Slimmy

  9. Hallo Sabine
    super Beitrag!
    Obwohl ich schon immer hochwertig füttere hat meine Katze Struvit.
    Ich wollte es jetzt mit Barf versuchen muss man da auf ein bestimmtes Rezept bei Struvit achten?
    In den B Komplex Präperaten die man zufügen soll ist immer Magnesiumstereat enthalten erhöht sich dadurch nicht der Magnesiumgehalt im Futter oder ist das unwesentlich?
    LG

    1. Liebe Tina,

      im Thema BARF bin ich selbst leider nicht tief genug eingearbeitet, um dir weiterzuhelfen. Es gibt aber diverse online-Gruppen und BARF-BeraterInnen, die dir sicherlich weiterhelfen können. Wie in meiner Antwort zu deinem Kommentar zum Spezialfutter angesprochen, wäre es aber auch ganz wesentlich die erhöhten Blutwerte (weiter) abzuklären.

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